Helfen Süßstoffe dabei, die Gewichtszunahme nach einer Diät zu begrenzen?
Ein Gewichtsverlust verringert die Größe der Fettzellen und verbessert die Empfindlichkeit gegenüber Insulin, einem Schlüsselhormon zur Regulierung des Blutzuckers. Diese Veränderungen gehen mit einer verringerten Aktivität mehrerer Gene im Fettgewebe einher, die an der Bildung, Speicherung und dem Abbau von Fetten beteiligt sind. Zu diesen Genen gehören solche, die die Produktion von Leptin steuern, einem Hormon, das den Hunger reguliert, oder auch die Funktion der Mitochondrien, der Energiekraftwerke der Zellen.
Eine aktuelle Studie untersuchte, ob der Ersatz von Zucker durch Süßstoffe oder süß schmeckende Geschmacksverstärker diese Mechanismen während einer Phase der Gewichtserhaltung nach einer Abnehmdiät beeinflussen kann. Über zehn Monate hinweg folgten übergewichtige oder fettleibige Erwachsene einer gesunden, zuckerarmen Ernährung – mit oder ohne Süßstoffe. Die Ergebnisse zeigen, dass die Gruppe, die Süßstoffe verwendete, tendenziell weniger Gewicht wieder zunahm als die Gruppe, die Zucker konsumierte, mit einem durchschnittlichen Unterschied von fast drei Kilogramm. Diese Beobachtung lässt sich teilweise durch Veränderungen in der Expression bestimmter Gene im Fettgewebe erklären.
Tatsächlich ist bei den Teilnehmern, die Süßstoffe konsumierten, der Anstieg der Aktivität des Gens LPL, das die Fettspeicherung fördert, weniger ausgeprägt. Zudem nimmt die Aktivität des Gens ABHD5 ab, das am Abbau von Fetten innerhalb der Zellen beteiligt ist. Diese beiden Gene spielen eine zentrale Rolle im Fettstoffwechsel: Das erste ermöglicht es den Fettzellen, die im Blut zirkulierenden Fettsäuren aufzunehmen, während das zweite Enzyme aktiviert, die diese gespeicherten Fettsäuren freisetzen. Eine Verringerung ihrer Aktivität könnte daher die Speicherung und Freisetzung von Fetten begrenzen und so zu einer besseren Gewichtskontrolle beitragen.
Darüber hinaus ist die geringere Zunahme der Aktivität des Gens LPL mit einem moderateren Anstieg des Nüchternblutzuckers verbunden, also des Blutzuckerspiegels nach einer nächtlichen Fastenphase. Dies deutet darauf hin, dass Süßstoffe dazu beitragen könnten, diesen wichtigen Stoffwechselparameter zu stabilisieren. Allerdings wurden zwischen den beiden Gruppen keine Unterschiede in Bezug auf die Größe der Fettzellen, die Insulinempfindlichkeit oder die Entzündung des Fettgewebes festgestellt.
Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Süßstoffe langfristig bestimmte molekulare Mechanismen im Zusammenhang mit dem Fettstoffwechsel verändern könnten, ohne dabei die Struktur der Fettzellen oder die Reaktion des Körpers auf Insulin zu beeinflussen. Sie eröffnen damit neue Perspektiven, um besser zu verstehen, wie diese Zuckerersatzstoffe auf die Stoffwechselgesundheit wirken, insbesondere bei Personen, die ihr Gewicht nach einer Diät stabilisieren möchten.
Sources utilisées
Source du rapport
DOI : https://doi.org/10.1038/s41366-026-02117-z
Titre : Long-term effect of sweeteners and sweetness enhancers on gene expression markers of adipose tissue function, adipocyte morphology, and metabolic health: a SWEET substudy
Revue : International Journal of Obesity
Éditeur : Springer Science and Business Media LLC
Auteurs : Michelle D. Pang; Jacco J. A. J. Bastings; Johan W. E. Jocken; Joanne A. Harrold; Jason C. G. Halford; Louise Kjølbæk; Anne Raben; Tanja C. M. Adam; Ellen E. Blaak; Gijs H. Goossens;